Filmofen

Cold Blood (Deadfall) (2012)

07.11.2012

Inhalt:

Die Geschwister Addison (Eric Bana) und Liza (Olivia Wilde) sind mit jeder Menge geklautem Geld auf der Flucht. Als ein Unfall ihr Fluchtfahrzeug gänzlich fahruntauglich macht, entscheiden sie, sich auf jeweils eigene Faust zur kanadischen Grenze durchzuschlagen. Während Addison sich zu Fuß auf den Weg macht und ihm jedes Mittel recht ist, sein Ziel zu erreichen, wird Liza vom Ex-Boxer Jay (Charlie Hunnam) mitgenommen, der ebenfalls Probleme mit der Polizei hat und Zuflucht in seinem Elternhaus suchen will. Ausgerechnet an Thanksgiving kommt es zum alles entscheidenden Showdown.

Review:

Man durfte durchaus Erwartungen an "Cold Blood" haben. Schließlich wurde er von Stefan Ruzowitzky inszeniert, der mit seinem Film "Die Fälscher" im Jahr 2008 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann. Ruzowitzky findet eine gute Mischung zwischen teils recht blutigen Actionsequenzen (hervorzuheben ist vor allem eine sehr gelungene Verfolgungsjagd mit Schneemobilen) und ruhigeren zwischenmenschlichen Momenten ohne dabei je den Spannungsbogen aus den Augen zu verlieren.

Bei aller Grausamkeit, die teilweise auf der Leinwand zu sehen ist, bietet der Film dennoch schöne Bilder und auf gerade auf Schnee entwickelt sogar Blut eine merkwürdige Ästhetik. Überhaupt stellt das verschneite Setting eine willkommene Abwechslung dar und hilft die überaus gelungene Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus ist der Thriller mit Eric Bana (Troja) als charismatischer Killer, Olivia Wilde (Tron: Legacy) als seine Schwester, die vielleicht nicht mehr so schutzbedürftig ist, wie Addison meint, Charlie Hunnam (Sons of Anarchy) als Liza's Retter in der Not und später Liebhaber, Kate Mara (Shooter) als aufstrebende Polizistin, sowie weiteren namhaften Darstellern bis in die kleineren Nebenrollen blendend besetzt.

Alle genannten leisten gute Arbeit. Besonders Eric Bana gelingt es, bei seiner Darstellung eines skrupellosen Killers nicht sämtliche Sympathien zu verspielen, obwohl er an einigen sehr blutigen Geschehnissen beteiligt ist. Nicht gänzlich überzeugen kann das Drehbuch von Zach Dean, der es in seinem Erstlingswerk nicht schafft, jeden Charakter gleichermaßen auszuarbeiten und mitunter muss er sich vorwerfen lassen, die Handlung etwas zu sehr konstruiert zu haben, um die parallelen Handlungsstränge von gleich drei dysfunktionalen Familien zusammenlaufen zu lassen. Letztlich unterhält "Cold Blood" aber gut genug um die kleineren Schwächen zu verzeihen.

7/10