Filmofen

Die Möbius-Affäre (Möbius) (2013)

24.07.2013

Inhalt:

Der russische Spion Grégory Lioubov (Jean Dujardin) ist im Auftrag des FSB hinter dem russischen Wirtschaftsmagnat Ivan Rostovsky (Tim Roth) her. Dazu heuert er die Finanzexpertin Alice (Cécile De France) an, die als Maulwurf in Rostovskys Organisation eingeschleust werden soll. Doch Grégory ist nicht sicher, ob er auch alle Informationen bekommt und geht daher eine Affäre mit Alice ein, ohne sich als der Mann zu offenbaren, der er wirklich ist und vor allem ohne das Wissen seines Teams oder seiner Vorgesetzten. Als sich auch noch die CIA in das Geschehen einmischt, wird die Angelegenheit weiter verkompliziert und vor allem zunehmend gefährlich.

Review:

Noch im letzten Jahr gewann Jean Dujardin für seine unglaublich ausdrucksstarke und sympathische Leistung in "The Artist" den Oscar als bester Hauptdarsteller. In seinem neuen Film zeigt er sich von einer ganz anderen Seite - zunächst auffällig ganz in Farbe und auch noch mit Sprechrolle - doch auch ungewohnt ernst, jenseits seiner üblichen komödiantischen Rollen und überzeugt neben seinen ebenfalls talentierten Kollegen als einer der wenigen Lichtblicke in einem frustrierenden Spionagethriller, der leider kaum mehr als eine zähe und belanglose Geduldsprobe für den geneigten Zuschauer ist.

Davon, dass der Film auch einmal Fahrt aufnimmt kann keine Rede sein. Sobald man sich einen Überblick darüber verschafft hat, wer hier wer ist, welche Rolle spielt und zu welcher Partei gehört, stellt sich rasch Langeweile ein, wird die Handlung doch nur sehr langsam vorangetrieben. Zwischenzeitlich scheint sich der Spionagethriller mehr zu einem Erotikthriller wandeln zu wollen, doch von Erotik ist hier lediglich ein Hauch zu spüren. Viel mehr hat man in den ebenfalls bewegungsstarren und in die Länge gedehnten Intimszenen das Gefühl, die Protagonistin würde frieren und man solle ihr doch möglichst schnell eine Decke zukommen lassen.

Nichtsdestotrotz erreicht sie an einem Abend gleich zweimal den Höhepunkt und Grégory darf dann wohl fortan den Titel "Spion mit doppelter Orgasmusgarantie" führen. Nimm das, James Bond! Doch mit diesem und anderen, weit besseren Genrevertretern kann Eric Rochants Verfilmung seines eigenen Drehbuchs nicht einmal ansatzweise mithalten. Weder als Thriller, noch als Liebesgeschichte, noch als ein guter (oder auch nur passabler) Film.

Das allergrößte Problem ist jedoch, dass letztlich bereits der Filmtitel die Lösung der gezwungen kompliziert konstruierten, aber dennoch wenig raffinierten Handlung vorwegnimmt. Wer weiß, was ein Möbius-Band ist, wird auch schnell darauf kommen, wie das Ende aussehen wird und sich ebenjenes sehnlichst herbeiwünschen.

4/10