Filmofen

End of Watch (2012)

12.12.2012

Inhalt:

Die beiden Polizisten Brian (Jake Gyllenhaal) und Mike (Michael Peña) sind seit Jahren Partner und eigentlich schon Brüder. Auch wenn sie ab und zu die Regeln ein wenig zu ihren Gunsten biegen, sind sie letztlich doch rechtschaffen und pflichtbewusst in ihrem Dienst für Los Angeles. Für Recht und Ordnung sind sie sogar bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Mehr oder weniger zufällig geraten sie Mitgliedern eines mexikanischen Kartells auf die Spur und nehmen auf eigene Faust die Ermittlungen auf. Doch sie kommen dem Kartell gefährlich nahe, sodass sie auf der Abschussliste landen...

Review:

Regisseur David Ayer hat sich bereits in "Training Day" und "Street Kings" der dunkleren Seite des Polizeidienstes gewidmet. In "End of Watch" schlägt er sich dieses Mal ganz auf die Seite der Gesetzeshüter und begleitet die beiden Hauptfiguren in ihrem alltäglichen Dienst. Seine Inszenierung im Found-Footage-Stil erweist sich als Glücksgriff, denn sie vermittelt ein selten gesehenes Gefühl des Realismus. Auch wenn man sich manchmal fragen darf, wer der Figuren das Geschehen gerade mitfilmt und warum überhaupt. Denn die fadenscheinige Erklärung, dass das ganze ein persönliches Projekt von Brian ist, ist sowohl unnötig als auch nicht durchgehend überzeugend umgesetzt.

Inhaltlich findet Ayer einen gelungenen Mittelweg zwischen Drama und spannendem Polizeithriller. Auf der einen Seite wird man Zeuge der tiefen Freundschaft der beiden Protagonisten, die vor allem aufgrund der herausragenden Leistungen des oft unterschätzten Michael Peña und Jake Gyllenhaal, der hier eine seiner bis dato besten Darbietungen liefert, so überzeugend. Auf der anderen Seite bekommt der Zuschauer auch reichlich Action geboten, von Verfolgungsjagden bis zur Rettung von Kindern aus einem brennenden Haus. Zum Ende hin wird der Film dann noch richtig spannend und kommt zu einem gelungenen, aber nicht ganz konsequenten und realistischen Abschluss.

An sich also ein hervorragender Film, der aber den Realismus, der durch den Filmstil propagiert wird, inhaltlich nicht ganz erhalten kann. Zu viele gefährliche, heldenhafte und aufregende Einsätze häufen sich bei den beiden Polizisten, kaum vorstellbar dass es in der Realität auch nur einen Polizisten gibt der in so kurzer Zeit so viel mitgemacht hat und dann auch noch weiterhin ohne Probleme zur Arbeit erscheinen kann. Hier schießt der Regisseur und Drehbuchautor etwas über das Ziel hinaus (auch in der unnötig expliziten und teils überzogenen Gewaltdarstellung), während andererseits die durchgehende Handlung ein wenig dünn geraten ist. Das menschliche Drama überzeugt umso mehr und so ist "End of Watch" dennoch ein gelungener Thriller über Freundschaft, Loyalität und Rechtschaffenheit.

7/10