Filmofen

Pitch Perfect (2012)

05.12.2012

Inhalt:

Beca (Anna Kendrick) ist eine Einzelgängerin. Am liebsten würde sie nach Los Angeles ziehen um dort eine DJ-Karriere hinzulegen, denn verschiedene Tracks zu Mash-Ups zu mixen ist ihre große Leidenschaft. Doch ihr Vater überredet sie es zunächst mit dem College zu versuchen und etwas Anständiges zu lernen. Er ist es auch, der sie dazu bringt, einem Club beizutreten um auch sozialen Anschluss zu finden. Mehr oder weniger freiwillig landet Beca bei den "Bellas", einer A Cappella Gruppe an der sie mit der Zeit auch Gefallen findet. Außerdem lernt sie Jesse (Skylar Astin) kennen, doch der singt leider bei den Erzfeinden der Bellas, den "Treblemakers"...

Review:

Ähnlich wie Tanzfilme sind auch Musikfilme in Sachen Handlungsstruktur oft recht einfach und gleichartig. "Pitch Perfect" ist da keine Ausnahme. Der Plot verläuft absolut nach Schema F und ist in nahezu allen Details vorhersehbar. Doch letztlich ist das nicht weiter schlimm. Denn Drehbuchautorin Kay Cannon und Regisseur Jason Moore vermögen es, die bekannten Elemente des Genres auf erfrischende Weise und mit einer Unmenge Witz zu kombinieren. Sogar einige Momente des Fäkalhumors kann man durchaus verzeihen.

Der große Pluspunkt des Films und einer der wichtigsten Faktoren, warum er so gut funktioniert ist Hauptdarstellerin Anna Kendrick. Ihre Darstellung von Beca ist zugleich unglaublich sympathisch, mitfühlend aber in den richtigen Momenten auch rebellisch und durchgreifend. Ähnlich wie der Zuschauer ist auch Beca von der Idee eines A Cappella Musik-Wettbewerbs zunächst nicht besonders begeistert und durch die leicht zynische, widerwillige Herangehensweise an die Sache, wird es auch dem Zuschauer erleichtert, sich reinzufühlen und langsam begeistern zu lassen. Einzig die Front-Frau der Bellas Audrey (Anna Camp), welche die Gruppe fast schon diktatorisch anführt, ist über den Großteil der Laufzeit nervtötend, aber das muss wohl so sein.

Die Liebesgeschichte bleibt glücklicherweise locker und kitschfrei, läuft eher nebenbei als sich in den Mittelpunkt des Geschehens zu drängen. Die Musikeinlagen sind zunächst gewöhnungsbedürftig, aber im Lauf des Filmes immer besser und wer hätte gedacht, dass Mash-Ups auch a cappella so wahnsinnig gut funktionieren können? Im Finale dürfte so mancher seinen Fuß beim Mitwippen erwischen. Man könnte "Pitch Perfect" zusammenfassen als die erste Staffel "Glee" nur ohne das ganze Teenie-Drama und mit einem Schuss "Brautalarm". Sympathische Figuren, tolle Musikeinlagen und eine ordentliche Portion Witz. Ein großer Spaß und ein mächtiger Gute-Laune-Film, vorausgesetzt man kann sich für das Genre erwärmen.

8/10