Filmofen

7 Psychos (Seven Psychopaths) (2012)

28.11.2012

Inhalt:

Marty (Colin Farrell) ist ein alkoholabhängiger Drehbuchautor, der mit gravierenden Schreibblockaden zu kämpfen hat. Er hat bereits einen Titel - "Seven Psychopaths" - aber weiter kommt er mit dem Schreiben leider nicht. Doch in seinem wahren Leben gibt es eigentlich genügende an Psychopathen grenzende Leute, von denen er sich inspirieren lassen könnte. Sein durchgeknallter Freund Billy (Sam Rockwell) versucht, ihn tatkräftig zu unterstützen und veranstaltet sogar ein kleines Psychopathen-Casting, während er nebenbei mit Hans (Christopher Walken) Hunde entführt um dann den Finderlohn einzustreichen. Als sie den falschen Hund, nämlich den Shih-Tzu von Gangster-Boss Charlie (Woody Harrelson) entführen, läuft die Geschichte mächtig aus dem Ruder...

Review:

Bereits mit seinem Spielfilmdebut und inzwischen kleinen Kultfilm "Brügge sehen... und sterben?" hat Martin McDonagh einen gleichzeitig brutalen, unterhaltsamen und dennoch intelligenten Gangsterfilm präsentiert. Für sein Drehbuch konnte er seinerzeit sogar eine Oscar-Nominierung einheimsen. Sein Nachfolger "7 Psychos" ist dem sehr ähnlich, doch zunächst viel abgedrehter, brutaler und erst in der zweiten Hälfte, wenn er ruhigere Töne anschlägt, kann das Drehbuch seine Stärken richtig entfalten.

McDonagh hat seine Psychopathen nicht nur sehr einfallsreich und vielseitig geschrieben, sondern sie auch absolut perfekt besetzt. Sam Rockwell hat derartige Rollen zwar schon das ein oder andere Mal gespielt, aber noch nie so gut, effektiv, abgedreht und witzig wie hier. Woody Harrelson meistert den Spagat zwischen dem skrupellosen Gangster-Boss und eigentlich doch im Inneren ganz weichen Hundeliebhaber mit Bravour und sorgt für die größten Lacher des Films. Einfach nur großartig ist aber Christopher Walken, der hier mit Leichtigkeit wirklich allen die Show stiehlt.

Nach der Einführung der verschiedenen Psychos beginnt ein verzwicktes Hin und Her mit mehreren Sub-Plots, das vor Witz, Einfallsreichtum und gelegentlich auch Blut nur so sprüht. Am ehesten erinnert "7 Psychos" noch an "Reservoir Dogs" oder die Filme von Guy Richie. Doch er nimmt die Konventionen derartiger Filme so gekonnt auf die Schippe und ist gleichzeitig auch eine Hommage, so dass man ihm nicht vorwerfen kann, lediglich ein Abklatsch bekannterer Vorbilder zu sein. Nein, "7 Psychos" strotzt geradezu von eigenen Ideen und verläuft vor allem gegen Ende völlig anders, als es der Zuschauer erwarten würde. Sofern man den Humor mag und auch über die ziemlich brutalen, doch auch wieder gewollt komischen Szenen lachen kann, wird man von "7 Psychos" bestens unterhalten.

8/10