Filmofen

The Big Wedding (2013)

15.05.2013

Inhalt:

Familie Griffin steht eine große Hochzeit ins Haus. Adoptivsohn Alejandro (Ben Barnes) wird seine große Liebe Missy (Amanda Seyfried) heiraten. Kompliziert wird es, als sich Alejandros leibliche Mutter (Patricia Rae) zu Besuch ankündigt, die streng gläubig ist und sicherlich nicht akzeptieren würde, dass der Adoptivvater Don (Robert De Niro) inzwischen von seiner Frau Ellie (Diane Keaton) geschieden ist und mit Freundin Bebe (Susan Sarandon) zusammenlebt. Alejandro bittet alle, bis nach der Hochzeit in ihre alten Rollen zu schlüpfen und die glückliche Familie zu spielen. Es ist ein steiniger Weg zur perfekten Hochzeit oder wird es doch ein großes Familienfiasko?

Review:

Man sollte meinen, dass es einen guten Grund gibt (in der Regel ein vielversprechendes Drehbuch), warum sich das 'Who is Who' der romantischen Komödie für einen gemeinsamen Film zusammenfindet. Denn "The Big Wedding" kann mit mächtig viel Starpower aufwarten.

Robert De Niro hat sichtlich Spaß als frivoler Vater und bildhauender Künstler, der zwischen den beiden Hollywood-Legenden Diane Keaton als Ex-Frau Ellie und Susan Sarandon als Freundin Bebe hin und her gerissen ist. Amanda Seyfried wiederholt routiniert ihre Rolle der hübschen Braut aus "Mamma Mia", die bald den ebenso gutaussehenden Alejandro (Ben Barnes) heiraten wird. Der hat zwar große Probleme damit, für seine Holde einen Priester (Robin Williams) zu belügen, sieht das bei seiner eigenen Mutter (Patricia Rae) allerdings nicht so eng. Noch auf der Suche nach der großen Liebe und seiner Entjungferung ist Jared (Topher Grace), der leibliche Sohn von Ron, der jedoch schnell Gefallen an Alejandros Schwester Nuria (Ana Ayora) findet. Für ein bisschen Drama darf Jareds Schwester Lyla (Katherine Heigl) sorgen, die sich gerade von ihrem Mann Andrew (Kyle Bornheimer) getrennt hat. Missys Eltern Muffin (Christine Ebersole) und Barry (David Rasche) sind auch nicht perfekt und könnten für einen Skandal sorgen, der das Glück nicht nur einer Familie bedroht.

Soweit so typisch. Viel Liebe, viel Drama und viel zu lachen. Sollte man zumindest meinen. Doch das Drehbuch gibt seinen namhaften Darstellern leider kaum etwas, womit sie anständig arbeiten könnten. Die Handlung ist von Anfang bis zum Friede-Freude-Eierkuchen-Ende völlig generisch, mit den üblichen Verwechslungsspielchen und der Frage, wer hier am Ende mit wem glücklich werden oder zumindest im Bett landen wird. Die kann der Zuschauer natürlich schon lange vor den Figuren im Film beantworten. Mehr oder weniger überraschende Enthüllungen anderer Natur dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Über weite Strecken ist das Ganze zwar nicht unerträglich und mitunter kann man durchaus schmunzeln, spätestens das Ende zieht den Film dann aber doch mächtig nach unten. Dann nämlich, als Regisseur und Drehbuchautor Justin Zackham den ganz großen Kitsch entfesselt und der Film völlig in sich zusammenfällt. Soviel Happy End ist fast schon unerträglich.

Unterm Strich ist "The Big Wedding" eine mittelmäßige, absolut seichte und klischeebeladene Hollywood-Schmonzette, die immerhin optisch ganz hübsch anzusehen ist und mit einigen netten Einfällen sowie einem gut aufgelegten Star-Ensemble aufwarten kann. Freunde kitschtriefender Liebeskomödien sind hier genau richtig.

5/10