Filmofen

Zwiebelkuchen

27.09.2014

Zutaten

Für den Hefeteig:

Für den Belag

Zubereitung

Ich als gebürtiger Franke aus dem schönen Würzburger Weinland freue mich jedes Jahr erneut auf den Herbst. Es ist die Zeit, in der es für uns zur Bürgerpflicht gehört, Zwiebelkuchen (fränkisch "Zwiebelblootz") zu backen und ihn warm aus dem Ofen mit einem Glas (oder auch mehreren) Federweißen/neuen Wein (fränkisch "Bremser") zu genießen. Doch der Blick über den Tellerrand offenbarte mir, dass diese Köstlichkeit außerhalb von Weinanbaugebieten nicht immer so bekannt ist, wie ich das gewohnt bin. Zeit, das zu ändern. So einfach geht's:

1. Schritt: Hefeteig vorbereiten

Die Milch in einem kleinen Topf erhitzen (nicht zum kochen bringen), Butter darin schmelzen. Mehl mit Zucker und Salz in eine Schüssel geben, den Hefewürfel fein zerbröseln, Ei aufschlagen und dazu. Die warme Milch-Butter-Mischung hinzugeben und mit dem Handrührgerät (Knethaken) 5 Minuten zu einem geschmeidigen, noch klebrigen Teig verarbeiten. Es heißt oft, man solle zu einem Hefeteig so viel Mehl hinzugeben, bis er sich vom Schüsselrand löst. Ich bevorzuge aber einen etwas feuchteren Teig, da er später beim Backen auch nicht so austrocknet. Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort 30-60min gehen lassen (ergo: bis man die Vorbereitungen für den Belag fertig hat).

2. Schritt: Belag vorbereiten

Die Zwiebeln schälen, vierteln und in feine Scheiben schneiden. 2kg Zwiebeln zu verarbeiten kann anstrengend sein. Daher ein Tipp für alle, denen die Zwiebeln beim Schneiden auch immer so unendlich Leid tun: eine gut sitzende Tauchmaske schafft diesem Problem schnell Abhilfe. Besser als ein Abzug, offenes Fenster oder kaltes Wasser in der Spüle laufen zu lassen. Eine Schwimmbrille genügt übrigens nicht, es ist entscheidend das die Nase vor den Ausdünstungen der Zwiebeln geschützt ist.

Weiter im Programm: Butter in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin dünsten. Währenddessen den Schinkenspeck fein schneiden und mitdünsten.

Wenn die Zwiebeln schön weich und glasig sind das Ganze mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann die 3EL Kümmelsamen hinzugeben. Kümmel ist wichtig! Vor allem für den leckeren Geschmack, aber auch eure Verdauung wird es euch danken, denn Kümmel ist ein natürliches Karminativum. Den Topf vom Herd nehmen.

8 Eier zusammen mit 2 Bechern Crème fraîche verrühren. Zugegeben, es würden auch 4 Eier und 1 Becher Crème fraîche genügen um der Masse nach dem Backen den benötigten Zusammenhalt zu verleihen. Aber meine Einstellung zu Zwiebelkuchen ist die selbe wie zu Nutellabrot: Der Teig (bzw. das Brot) dient lediglich als Trägermedium für VIEL Belag. Mir schmeckts einfach besser. Könnt ihr ja gerne mal so und mal anders ausprobieren. Die Ei-Crème-fraîche-Mischung zur Zwiebel-Speck-Kümmel-Masse hinzugeben und verrühren.

3. Schritt: Alles aufs Blech

Der Teig sollte sich inzwischen deutlich vergrößert haben.

Auf einer gut gemehlten Arbeitsfläche mit ebenso gut gemehltem Nudelholz auf die Größe des Backblechs ausrollen. Das Backblech mit Backpapier belegen (hier gilt wie immer mein Tipp das Backblech zunächst leicht zu befeuchten, so lässt sich das Backpapier rutschsicher fixieren). Den Teig zweimal zusammenlegen, auf das Blech heben und wieder auseinanderklappen. Einen leichten Rand hochziehen und nochmals 15min gehen lassen bis sich der Teig wieder sichtbar gehoben hat.

Die Zwiebel-Speck-Kümmel-Ei-Crème-fraîche-Masse auf dem Teig verteilen.

4. Schritt: Backen

Den Zwiebelkuchen bei 200° Ober-/Unterhitze (Umluft 180°) ca. 35min backen. Der Belag sollte eine leichte Bräunung aufweisen.
Und merken: nicht jeder Ofen ist gleich, also kann es beim einen Ofen schneller soweit sein, beim anderen etwas länger dauern. Oder es passiert euch wie mir in diesem Fall: ihr kocht mal in einer fremden Küche und der Ofen gibt mehr Unterhitze als Oberhitze, was zur Folge hat, dass der Belag in meinem Fall noch 10min länger backen musste, der Boden aber längst fertig war. Lies sich mit Gabel nur mühsam essen, dafür aber perfekt in die Hand zu nehmen. Auch wenn's mal nicht optimal läuft, immer das positive sehen!

Genießt den Kuchen am besten warm (kann man auch wieder in der Mikrowelle anwärmen) mit einem schönen Glas kalten Federweißen!